Der große Nagelpilz Ratgeber von Bridge Gallery

Bei Nagelpilz (medizinisch Onychomykose oder Tinea ungium) handelt es sich um eine Pilzerkrankung der Finger- und Fußnägel, die mit einer Verfärbung und Verformung der Nägel verbunden ist. Im Allgemeinen kann Nagelpilz sowohl Finger- als auch Fußnägel befallen. Die Füße sind aber wesentlich häufiger betroffen als die Finger, da die ursächlichen Pilze eine feuchte Umgebung mögen.

Schöne Zehnägel

Oft entwickelt sich Onychomykose aus einem nicht behandelten Fußpilz. Auch umgekehrt kann sich aus Nagelpilz ein Fußpilz bilden, da beide Erkrankungen von den gleichen Pilzerregern verursacht werden. Die Pilzerkrankung beginnt meist an der großen Zehe. Bleibt dieser unbehandelt breitet er sich langsam auf alle Nägel aus. In Deutschland sind etwa fünf bis 12 Prozent der Menschen von Nagelpilz betroffen. Von einer Nagelpilzinfektion sind vor allem ältere Menschen ab 40 Jahren betroffen.

Ursachen und Risikofaktoren für Nagelpilz

Die Infektion wird überwiegend von drei Pilzen verursacht: Fadenpilze (Dermatophyten), Schimmel- und Hefepilze. Dabei sind etwa 90 Prozent aller Fälle sind Fadenpilze verantwortlich. Diese können grundsätzlich alle verhornten Körperstellen befallen und ernähren sich dort vom Hautbestandteil Keratin. Der Nagelpilz gelangt durch mikroskopisch kleine Pilzsporen auf die Haut, die sehr langlebig sind und der Verbreitung dienen, was häufigste Übertragungsmöglichkeiten bei Menschen. Daneben können Pilzsporen auch durch ungereinigte Gegenständen übertragen werden, zum Beispiel durch Handtücher, Hygieneutensilien, Bodenbeläge oder Betten.

Die Gefahr einer Nagelpilz Ansteckung ist besonders hoch in öffentlichen Umkleidekabinen, Gemeinschaftsduschen, öffentlichen Bädern, Saunen oder auch Sportstudios. Innerhalb einer Familie kursiert der Pilz häufig, wenn in der Wohnung barfuß gelaufen und die gleichen Badartikel genutzt werden. Dabei ist aber nicht jeder Mensch ist gleich anfällig für den Nagelpilz. Verschiedene Faktoren begünstigen diesen. Da die Pilze wachsen bevorzugt an feuchten und warmen Orten. Bei verschwitzten Füßen kann im Schuhwerk ein Wärme- und Feuchtigkeitsstau entstehen und die Pilzentstehung fördern. Enges Schuhwerk kann auch zu kleineren Verletzungen an den Füßen führen, die das Eindringen der Erreger fördern.

Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder eine Arterienprobleme reduzieren die Widerstandsfähigkeit der Haut und macht anfälliger für die Infektion. Auch eine Schwächung des Immunsystems durch Erkrankungen wie HIV oder eine medizinische Therapien mit Antibiotika oder Cortisol verursachen. Daneben kann auch Vitamin- oder Mineralstoffmangel zu brüchigen Nägeln führen, was die Entstehung von Nagelpilz wieder begünstigt.

Die Symptome bei Nagelpilz

Die Symptome sind je nach Pilzart, welche die Erkrankung ausgelöst hat. In aller Regel ist Nagelpilz mit bloßem Auge zu erkennen, sodass Sie auch selbst prüfen können, ob Ihre Fuß- oder Fingernägel weiß oder bräunlich verfärbt sind oder die Form der Nagelplatte im Vergleich zu anderen dicker oder brüchiger ist. Bestehen diese Veränderungen über einen längeren Zeitraum, sollte dann ein Arzt konsultiert werden. Bei einer Untersuchung sind auch folgende Fragen bedeutsam:

  • Was machen Sie beruflich und welches Schuhwerk nutzen Sie?
  • Sind chronische Erkrankungen vorhanden?
  • Lag schon in jüngster Vergangenheit eine Pilzinfektion vor?

Die ersten Symptome zeigen sich bei Befall mit Fadenpilzen am Rand des Nagels. Wird der Nagelpilz durch Hefe- oder Schimmelpilze verursacht, treten erste Nagelpilz-Symptome in der Mitte des Nagels oder am Nagelwall in Erscheinung. Die Pilze dringen in die Hornschicht ein und ernähren sich von dem Hauptbestandteil Keratin. Dadurch entstehen in der Nagelplatte mit Luft gefüllte Hohlräume, sodass der betroffene Nagel aufweicht und im Verlauf weniger Wochen den kompletten Nagel verändert. Dabei treten weißlich-gelbe oder rötlich-braune Verfärbungen und Verformungen der Zehen- und Fingernägel auf. Unter der Nagelplatte kann sich eine krümelige Substanz aus altem Nagelmaterial ansammeln. In manchen Fällen blättert auch die Oberfläche der Nägel ab.

Grundsätzlich treten auch keine Schmerzen auf, wenn nur die Nagelplatte befallen ist. Allerdings können bei starken Formveränderungen der Nägel Schmerzen verursachen, wenn der Nagel durch das Schuhwerk in das Nagelbett gedrückt wird. Zudem können verstärkt Entzündungen entstehen, die auch die Funktion der Gliedmaßen einschränken können.

Was tun bei Nagelpilz? – Die richtige Behandlung

In der Regel werden zur Therapie des Nagelpilz sog. Antimykotika eingesetzt, welche die Vermehrung blockieren oder die Erreger abtöten. Auf dem Markt sind unter schiedliche Medikamente frei verfügbar, die gezielt einzelne Erreger oder mehrere Pilze gleichzeitig bekämpfen. Die Therapie ist meist sehr langwierig und dauert auch in leichten Fällen mehrere Monate, in schwereren Fällen sogar bis zu einem Jahr und darüber hinaus. Die befallene Nagelpartie muss zunächst vollständig rauswachsen, damit der Patient genesen ist.

Pilzwachstum

Ziel der Behandlung ist es, die Nägel komplett vom Nagelpilz zu befreien. Dazu muss die Therapie ganz konsequent durchgeführt und eingehalten werden. Dies gilt auch noch wenn kein Befall mehr zu sehen ist. Wird eine Therapie zu früh beendet wird, kann dieser von infizierten Stellen immer wieder übergreifen. Die Nagelpilz Behandlung bei Fingern zeigt erfahrungsgemäß schneller Erfolg als bei Fußnägeln.

Behandlung durch einen Arzt

Wurde eine selbständige Behandlung mit den frei in der Apotheke verfügbaren Mitteln erfolglos versucht sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Neben der örtlichen Therapie kann diese auch eine systemische Therapie anwenden, um den Nagelpilz zu entfernen. Wenn der Nagelpilz schon den gesamten Nagel oder mehrere Nägel befallen hat, sollte grundsätzlich immer ein Arzt beigezogen werden. Denn wenn die Nagelwurzel schon von Nagelpilz betroffen ist, wird der nachwachsende Nagel sofort wieder durch den Pilz infiziert, sodass eine topische Therapie hier nicht ausreicht.

Bei der systemischen Therapie werden dabei verschiedene Wirkstoffe eingesetzt zur Beseitigung des Problems. Zur systemischen Behandlung bei einer Nagelpilz Infektion durch Dermatophyten (90 Prozent der Infektionen) wird der Wirkstoff Terbinafin verabreicht. Sind Hefepilzen die Ursache, ist Fluconazol häufig das richtige Mittel zur Behandlung. Der Wirkstoff Itraconazol ist dagegen vor allem bei gemischten Infektionen besonders gut geeignet. Ergänzend zur systemischen Therapie erfolgt meist weiterhin eine fortgesetzte örtliche Behandlung. Müssen Patienten noch andere Tabletten einnehme, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, da es bei einigen Wirkstoffen zu unerwünschten Wechselwirkungen mit den Antimykotika kommen kann.

In der Vergangenheit wurde auch häufig von der Möglichkeit einer chirurgischen Nagelentfernung Gebrauch gemacht. In dieser Form wird das heute aber kaum noch durchgeführt, da eine Verletzungsgefahr und das Risiko für Entzündungen zu groß sind. Zudem bestehen nach einer chirurgischen Entfernung über einen langen Zeitraum starke Schmerzen. Als alternative Methode zur Behandlung wurde zum Teil auch die Homöopathie versucht. Grundsätzlich spricht auch Nichts dagegen, da kaum bekannte Nebenwirkungen auftreten.

Allerdings ist die Wirkung der homöopathischen Therapie bis heute nicht richtig medizinisch nachgewiesen worden. Von Verfechtern der Homöopathie wird häufig Acidum hydrofluoricum (Flusssäure), Silicea (Kieselsäure), Sepia (Tintenfisch) oder Antimonium crudum (Spießglanz) empfohlen. Höhere Dosierungen sind dieser Wirkstoffe sind aber verschreibungspflichtig. Grundsätzlich empfehlen die Ärzte aber aufgrund der Hartnäckigkeit der Erkrankung eher auf die homöopathische Therapieversuche zu verzichten oder diese nur zusätzlich zur Schulmedizin anzuwenden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man wertvolle Zeit durch Experimentieren mit der Alternativmedizin verliert.

Nagelpilz – Vorsorge gegen die Ansteckung?

Der Nagelpilz ist ansteckend! Dieser wird – wie bereits erwähnt – durch direkten Kontakt oder verunreinigte Gegenstände, Textilien oder Böden übertragen. Deswegen sind einige Grundregeln zur Vermeidung und zur Bekämpfung des Nagelpilz wichtig:

  • Laufen Sie möglichst nicht barfuß (auch nicht zu Hause).
  • Nutzen Sie getrennte Handtücher in der Familie und waschen Sie diese in kurzen Abständen,
  • Möglichst keine Hygieneartikel mit anderen Personen teilen,
  • Eigenen Badartikel nach jeder Berührung mit den Füßen regelmäßig desinfizieren,
  • Einen Sie nicht alleine im Bett schlafen, tragen Sie Socken

Natur benutzenHausmittel gegen Nagelpilz – Was hilft?

Von Nagelpilz betroffene Menschen probieren meist zunächst aus, ob der Nagelpilz mit Hausmitteln zu beseitigen ist. In den meisten Fällen ist diese Form der Therapie meist nicht erfolgreich. Dies gilt vor allem deshalb, weil diese häufig frühzeitig abgebrochen wird und eine zusätzliche ärztliche Behandlung nicht folgt. Aber auch nach einer ärztlichen Behandlung klagen Betroffene darüber, alsbald wieder an Nagelpilz erkrankt zu sein. Eine selbständige wie auch ärztliche Nagelpilz-Behandlung ist deswegen nur erfolgreich, wenn die Therapie ganz konsequent durchgeführt wird. Diese darf auch an einzelnen Tagen nicht ausgesetzt oder vergessen werden, da diese zu einer Beeinträchtigung und Verlängerung der Behandlung führt. Die Erreger können sich dann wieder ungestört vermehren und neue Stellen des Nagels befallen.

Auch nach dem Abklingen der schlimmsten Symptome, befinden sich noch immer nicht sichtbare Pilzsporen auf oder unter den Nägeln. Dadurch kann es bei Abbruch der Therapie zu einem erneuten Erscheinen und Aufkeimen von Nagelpilz kommen. Die Behandlung und Nachsorge bei Nagelpilz sollten deswegen immer genau nach Anordnung des Arztes erfolgen. Wenn man die Infektion selbst behandeln will, sollte man nachfolgende Passagen sorgfältig lesen. Der Einsatz dieser Hausmittel wird von Ärzten allerdings sehr kritisch gesehen.

Hausmittel sind im Allgemeinen Substanzen, die keine Medikamente oder Arzneimittel im engeren Sinn darstellen und meist sowieso im Haushalt vorhanden sind. Der Vorteil ist unter anderem, dass sie meist günstiger als medizinisch entwickelte Wirkstoffe sind. Ob Hausmitteln allerdings tatsächlich helfen, ist nicht medizinisch in vielen Fällen der verwendeten Hausmittel nicht belegt. In Büchern oder auch im Internet gibt es auch noch zahlreiche Berichte, dass nachfolgen ausgeführte Hausmittel gegen Nagelpilz eingesetzt werden können:

Haushaltsessig gegen Nagelpilz
Einsatz von Essigessenz
Teebaumöl
Backpulver bei Nagelpilz?

Fazit zu den Haushaltsmitteln gegen Nagelpilz

Da Nagelpilz ist nicht unbedingt zu spaßen ist, sollte man diesen durchaus ernst nehmen, um eine zeitnahe Befreiung davon herbeizuführen. Dies ist ein sehr hartnäckiges Leiden, das sich bei unzureichender oder wirkungsloser Behandlung (vor allem mit Hausmitteln) immer weiter verschlimmert wird. Die gennannten Nagelpilz-Hausmittel können – sofern diese überhaupt eine Wirkung entfalten – die eigentliche Behandlung höchstens ergänzen oder unterstützen. Eine medizinische Nagelpilz-Behandlung sollte dadurch auf keinen Fall ersetzt werden, um den Heilungsprozess nicht unnötig zu verzögern.

Hausmittel sollten nur dann immer weiter angewendet werden, wenn diese im Einzelfall tatsächlich eine Besserung der Symptome anzeigen. Wenn der Einsatz der freiverkäuflichen Medikamente und die verwendeten Nagelpilz-Hausmitteln nach einem Monat keine Wirkung oder verschlimmern sich die Symptome sogar, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und sich medizinische beraten und auch therapieren lassen. Im Großen und Ganzen gilt, dass eine alleinige Behandlung nur mit Hausmitteln wohl kaum einen Erfolg verspricht oder aber den Zustand sogar verschlimmert.

Laser als neue Behandlungsmöglichkeit bei Nagelpilz

In schlimmen Fällen lässt sich der Nagelpilz medikamentös nicht endgültig beseitigen oder kehrt immer wieder. Als Alternative wird heute in der Therapie ein Laser gegen Nagelpilz eingesetzt, der seit 2010 offiziell zugelassen wurde. Die modernen Nagelpilz-Laser entfernen inzwischen ganz gezielt die Pilze und greifen nicht mehr die Nagelsubstanz an. Durch wird die Behandlung insgesamt schonender und für den Patienten weniger belastend durchgeführt.

 

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